Veranstaltung im Dezember 2015

Und wieder war ein Jahr fast um und wir trafen uns am 14.12.2015 zu unserer diesjährigen Weihnachtsfeier. Fleißige Hände hatten liebevoll die Tische geschmückt, Stollen, Plätzchen, Schnittchen, Kaffee, Glühwein, Sekt und Saft besorgt. Besonders freuten wir uns, dass unser Mentor, Herr Dr. Gonsior, unserer Einladung gefolgt war und trotz Urlaubs an unserer kleinen Feier teilnahm.

Frau Bischof ließ noch einmal das vergangene Jahr Revue passieren. Es ist schon bemerkenswert, wie abwechslungsreich die Veranstaltungen unserer Selbsthilfegruppe sind. Unterschiedlichste Themen wurden behandelt. Eine Ausflugs- und eine Bildungsfahrt rundeten das Programm ab.

Anschließend erfreuten mehrere Mitglieder die Anwesenden mit heiteren und nachdenkenswerten Gedichten und Geschichten, die nicht nur zur Weihnachtszeit aktuell sind.

Im Laufe der Veranstaltung ergriff auch Herr Dr. Gonsior das Wort. Seine Ausführungen und die Blumen für Frau Bischof zeugen von einer hohen Wertschätzung für unsere Selbsthilfegruppe und vor allem für die langjährige Arbeit von Frau Bischof.

Auch Herr Dr. Gonsior hatte einen kulturellen Beitrag vorbereitet.

Während wir die leckeren Stollen, Süßigkeiten und Schnitten zu uns nahmen, den Mett-Igel schlachteten und die Getränke trockene Kehlen verhinderten, kam es zu interessanten Gesprächen untereinander und mit Dr. Gonsior.

So verging die Zeit und wir wünschten uns zum Abschied geruhsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Veranstaltung im November 2015

Am 09. November sprachen Frau Römer und Herr Seidel zu uns über Depressionen.

Frau Seidel erhielt die Diagnose Depression vor ca. 20 Jahren. Sie ist Mitglied in dem seit 2009 bestehenden „Leipziger Bündnis gegen Depressionen“, in dem auch dieser Vortrag entstand. Das Bündnis bietet Aufklärung, Hilfe, Beratung, Vernetzung. Jeweils im Oktober finden zwei Wochen der seelischen Gesundheit statt.Depression kann jeden treffen, sie ist behandelbar.

Wie macht sich Depression bemerkbar? In der Psyche, im Körper, am Verhalten. Es ist die Krankheit der -Losigkeiten. Man ist gefühllos, antriebslos, appetitlos, schlaflos…Die Patienten haben oft Rückenschmerzen, bewegen sich langsam, sprechen leise, ziehen sich zurück, man kommt an sie nicht heran und es kommt auch zu Suizidgedanken.

Es gibt leichte, mittlere und schwere Depression. Anfangs reicht evt. Psychotherapie, bei der mittleren und schweren Art muss der Arzt zusätzlich Medikamente verschreiben. Deren Nebenwirkungen muss der Erkrankte aber aushalten.Es gibt unipolare, rezidivierende und bipolare Depressionen.

Zur Entstehung einer Depression gibt es viele Theorien. Es liegt kein organischer aber evt. ein genetischer Befund vor, der Patient ist psychosozial belastet oder es liegen körperliche Erkrankungen vor, oft chronische. Stresshormone werden ausgeschüttet.

Psychotherapien sind die kognitive Verhaltenstherapie (Veränderung des krankmachenden Verhaltens), tiefenpsychologische Therapie (wo kommt das krankmachende Verhalten her) oder Psychoanalyse.Medikamente machen nicht süchtig. Antidepressiva müssen mindestens 6 Monate genommen werden. Es gibt auch Lichttherapie, Wachtherapie, Elektro- bzw. Magnetkrampftherapie. Hilfreich sind auch Sport und die Teilnahme an Selbsthilfegruppen.

Es gibt ein umfangreiches Versorgungssystem: eine Broschüre, psychiatrische Kliniken, Verbund gemeindenaher Psychiatrie, Institutsambulanzen, Stadtteilangebote, eine Therapeutenliste und die Selbsthilfe, z.B. Betroffene beraten Betroffene.

Bei Anzeichen einer Depression geht man zuerst zum Hausarzt, um körperliche Probleme abklären zu lassen. Dieser sollte durch Nachfragen Symptome einer Depression erkennen und bei Notwendigkeit zum Psychiater überweisen. Dort hat man 5 Probesitzungen, denn nur wenn die Chemie stimmt, ist eine erfolgreiche Therapie zu erwarten.

Herr Seidel erzählte sehr anschaulich wie es bei ihm zur Depression kam, wie sie sich äußerte und wie er sie überwinden konnte. Er gab niemandem die Schuld für den Ausbruch der Krankheit, denn er selbst hatte zu viele Aufgaben übernommen, konnte nicht Nein sagen, geriet immer weiter ins Hamsterrad. Heute hat er sein Leben umgestellt und achtet mehr auf sich. Auch er berät Betroffene.

Neue Leiterin oder neuer Leiter gesucht

Die Vorsitzende unserer Selbsthilfegruppe, Helga Bischof, geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Deshalb suchen wir ab sofort eine neue Leiterin oder einen neuen Leiter. Helga Bischof möchte ihre Aufgaben gern an einen engagierten Nachfolger weitergeben, der Freude am Umgang mit Menschen und wenn möglich auch ein paar medizinische Vorkenntnisse hat. Wichtigste Aufgabe ist es, den Inkontinenz-Betroffenen einen Weg zurück in ein normales Leben, im Kreise von Gleichgesinnten zu zeigen.
In der Selbsthilfegruppe haben sich dafür etwa 30 Betroffene und Interessierte aus Leipzig und Umgebung zusammengeschlossen.
Sie treffen sich einmal im Monat zu interessanten Vorträgen u.a. Veranstaltungen.
Gemeinsam informieren sie auf Patiententagen und Symposien zum Thema Kontinenz und bieten Betroffenen ihre Hilfe an.

Helga Bischof freut sich über Ihr Interesse und lädt Sie gern zum persönlichen Gespräch ein, Telefon: (0341) 30 15 238.

Bildungsfahrt nach Bad Schmiedeberg

Wir hatten schon die Befürchtung, dass unsere diesjährige Bildungsfahrt ausfallen muss. Trotz unzähliger Bemühungen klappte es mit keinem unserer vorgesehenen Ziele. Dann erhielt Frau Bischof den Hinweis, sich doch in Bad Schmiedeberg zu erkundigen. Nach mehreren Telefonaten mit Frau Paul stand fest, dass wir das Eisenmoorbad in Bad Schmiedeberg besuchen werden.

Am 01. November 2015 fuhren wir mit dem Bus nach Bad Schmiedeberg. Dort empfing uns Frau Paul, eine Mitarbeiterin vom Gästeservice. Sie begrüßte uns sehr herzlich und führte uns zum Jugendstilkurhaus, einem wunderschönen Gebäude. Hier erhielten wir einen kurzen Einblick in die Geschichte des Eisenmoorbades. Es hat ein äußerst umfangreiches Programm zu bieten. In zwei Kliniken werden z.B. orthopädische Probleme und Frauenkrankheiten behandelt. Hier wird noch mit Naturmoor gearbeitet. Eine gute Heilkraft haben die Mineralwasser und es wird sogar Radon abgegeben. Seit 2007 ist die Klinik Kneipp-Heilbad. Stationäre Reha-Maßnahmen werden fast nur für Patienten im Arbeitsprozess bewilligt. Rentner können sich für eine ambulante Präventionskur bei ihrer Krankenkasse bewerben. Neben den zwei Kliniken gibt es noch mehrere andere Gebäude, in denen sich die Kurgäste während ihres Aufenthaltes wohlfühlen können. Ein umfangreiches Angebot kann auch von privaten Besuchern ganzjährig genutzt werden.

Um 10.00 Uhr empfing uns Frau Schneider, die Ernährungsberaterin. Sie machte uns mit den Bestandteilen unserer Ernährung vertraut und erläuterte uns die Ernährungspyramide. In ihrem schwungvollen Vortrag ging sie auf die unterschiedlichen Nahrungsmittel ein. Obwohl sich die meisten von uns schon länger mit gesunder Ernährung beschäftigen, gibt es immer wieder Feinheiten, die einem so noch nicht bewusst waren. Frau Schneider beantwortete jede unserer Fragen engagiert und ausführlich. Als Fazit kann wohl gelten: die Menge ist ausschlaggebend. Alle Nahrungsmittel sind wichtig für den Körper, aber wir müssen sie in den richtigen Relationen zu uns nehmen.

Nach einem schmackhaften Mittagessen, serviert im Jugendstilkurhaus, entführte uns Frau Paul in den großen Kurpark. Statt Novembertristesse empfing uns strahlender Sonnenschein. Wir fühlten uns wie im goldenen Oktober und nutzten die warmen Strahlen. Frau Paul zeigte und erklärte uns mit viel Leidenschaft die einzelnen Gebäude und Kureinrichtungen. In der Teestube war schmackhafter Kräutertee für uns vorbereitet. Die Kneipp-Anlage im Park war zwar ohne Wasser, dafür punktete der überdachte Kneipp-Garten. Umgeben von Gräsern und Kräutern und trotzdem warm und trocken, sind diese Becken ganzjährig nutzbar. Imponierend war auch die Mooranlage. Sonst kennt man nur die Packungen, aber kein Naturmoor mehr.

Am Rande des weitläufigen Parks befindet sich eine Pflegeeinrichtung. So können z.B. pflegende Angehörige in der Klinik eine Auszeit genießen und wissen gleichzeitig nebenan ihre Lieben gut versorgt.

Inzwischen war schon Nachmittag geworden und wir konnten uns mit Kaffee und Kuchen stärken.

Frau Paul hatte Informationsmaterial für uns zusammenstellen lassen.

Die Führung und die umfangreichen Angebote auch für Kurzaufenthalte lassen in uns den Wunsch aufkommen, vielleicht im nächsten Jahr als Gruppe einige Tage hier zu verbringen.

Wir bedankten uns ganz herzlich bei Frau Paul und wünschten uns gegenseitig alles Gute.

Ein erlebnisreicher Tag mit vielen neuen Eindrücken ging seinem Ende entgegen. Man sollte solche Möglichkeiten, die fast „vor der Haustür liegen“, viel öfter nutzen.

Unser Busfahrer brachte uns wohlbehalten nach Leipzig zurück.

Veranstaltung im Oktober 2015

Die Rechte und Pflichten von Arzt und Patient

Am 12.10.2015 hatten wir Frau Dr. Kitze von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland zu Gast. Ausgehend von den gesetzlichen Grundlagen erläuterte sie uns wichtige Eckpunkte für ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis.
Im Gesetz von 2013 stehen u.a. folgende Patientenrechte:
– Selbstbestimmung (siehe Patientenverfügung)
– freie Arztwahl (gilt nur für niedergelassene Ärzte), Zweitmeinung (das Wort sollte man aber nicht nutzen)
– Einsichtsrecht (neu): der Patient hat das Recht, vom Arzt selbst angefertigte Berichte einzusehen, gegen einen Obolus Kopien,
CD zu erhalten (Ausnahmen bei psychischen Problemen oder Verletzung der Rechte Dritter – muss ausführl. begründet werden)
– Hilfe bei Behandlungsfehler
Patientenpflichten:
– Mitwirkungspflicht, die aus dem Behandlungsvertrag (auch mündlich) entsteht, d.h. alle relevanten Informationen müssen dem
Arzt genannt werden (z.B. Medikamente, Risiken…)
– Zahlungspflicht (unabhängig vom Erfolg)
– Termine rechtzeitig absagen (auch bei Physiotherapie)
Arztpflichten:
– Pflicht zur Hilfe/ Behandlung mit Sorgfalt (Weiterbildung, Behandlungsleitlinien einhalten)
– Informationspflicht, Verdacht auf…,Diagnose, Behandlung erklären, Info über Kosten schriftlich vor der Behandlung
– Aufklärungspflicht, für Behandlung/Therapie/Diagnostik Nutzen, Nebenwirkungen, Dauer, Risiken…, Umfang der OP,
Alternativen
– Schweigepflicht gegenüber jeglichen Dritten (deshalb Vorsorgevollmacht errichten)
– Dokumentationspflicht
Arztrechte
– Therapiehoheit
– darf Patienten ablehnen, wenn Kapazitätsgrenze erreicht oder bei Vertrauensbruch

Dann gab uns Frau Dr. Kitze Hinweise zum Umgang mit dem Arzt:
– Vorbereitung auf den Arztbesuch (die Zeit des Arztes ist knapp bemessen) möglichst sogar schriftlich
– nachfragen, darf ich notieren?, gibt es Broschüren…?
– mit eigenen Worten wiederholen
– Rückmeldung über Medikamentenwirkung beim selben Arzt (Mitwirkungspflicht!)

Anschließend beantwortete Frau Dr. Kitze unsere Fragen.

Leider wird die bisher hervorragend funktionierende Patientenberatung zum Jahresende eingestellt. Sie wurde europaweit neu ausgeschrieben und soll nach bisherigen Informationen an ein Call-Center vergeben werden. Wir sollten sehr genau verfolgen, ob dann noch die patientennahe, sachgemäße und unabhängige Beratung gewährleistet ist.

 

Veranstaltung im September 2015

Nach der Sommerpause ging es am 14.09.2015 mit Schüssler Salzen weiter.
Frau Eichhorn informierte uns, dass bei allen gesundheitlichen Betrachtungen die Atmung eine wichtige Rolle spielt. So begann sie unsere Veranstaltung auch mit Atemübungen.
Erst dann sprach sie zur Bedeutung der Schüssler Salze.
Allopathische Medikamente sind Mineralienkiller. Schüssler Salze ersetzen diese Mineralien. Wie kam Dr. Schüssler dazu? Er lebte von 1821 bis 1898, war Sprachwissenschaftler und entdeckte beim Übersetzen von Medizintexten sein Interesse für Medizin. Er untersuchte die Asche von Verstorbenen (enthält Mineralien) und erfragte bei den Angehörigen, an welchen Krankheiten die Verstobenen gelitten hatten. Wenn der Körper nicht mehr im Fluss ist entstehen Dysbalancen, diese Führen zu Krankheiten, die in den Zellen markiert sind. Durch diese Dysbalancen werden Mineralien „weggefressen“ und es entsteht ein Mangel. Es gibt auch Überschuss an Mineralien und trotzdem Probleme, weil der Überschuss nicht abgebaut werden kann. Wenn der Körper also nicht mehr im Fluss ist, entstehen neue Informationen.Bei Schüssler Salzen ist immer basisch und sauer kombiniert. Geläufige Potenzen sind D6 und D12. Man sollte Schüssler Salze 6 Wochen einnehmen, 2 Wochen Pause machen, 6Wochen einnehmen …
Ursachen für Blasenkrankheiten sind :
-allgemeine Erschöpfung und Überforderung (Fertignahrung ist z.B. durch Konservierungsstoffe ein Mineralienkiller)
-Übersäuerung (man sollte ein Selbstbetrachtungsbuch führen)
-Strahlen (auch unsichtbare führen zu Blutschwäche, die über das Erbgut weitergegeben wird).
Frau Eichhorn hatte eine Liste vorbereitet, aus der wir erkennen, welche Schüssler Salze für welches konkrete Problem genommen werden sollen.
Frau Eichhorn besprach mit uns weitere Beispiele u.a. zum kreativen Älterwerden und beantwortete unsere Fragen. Außerdem hatte sie uns einiges Material zum Thema ausgeteilt
Den Abschluss bildeten wieder Atemübungen.

 

Kontinenztag am Universitätsklinikum

Am 27.06.2015 fand in der Universitätsklinik der 7. Tag der offenen Tür des Kontinenzzentrums statt.

Herr Dr. Gonsior leitete die Veranstaltung und sprach zum Thema „Medikamentöse Therapien der überaktiven Blase“. Er erläuterte, was überaktiv in diesem Zusammenhang bedeutet, wie häufig das Leiden weltweit verbreitet ist, dass Männer später betroffen sind als Frauen und welche Folgen Blasenprobleme und Inkontinenz haben. Patienten trinken oft zu wenig, dabei ist Trinken Teil der Therapie. Dann ging Dr. Gonsior auf die unterschiedlichen Medikamente ausführlich ein, erläuterte die Vorgänge im Körper und die Angriffsstellen der Medikamente. Es kostet den Arzt Überlegung, für den Patienten das richtige Medikament auszuwählen. Von den Anticholinergika gibt es unterschiedliche Wirkstoffe mit Nebenwirkungen. Oder verträgt der Betroffene Pflaster besser? Manchmal müssen Lösungen direkt oder durch EMDA in die Blase instilliert werden und einigen Betroffenen hilft auch Botox. Ein neues Medikament, das fast keine Nebenwirkungen hat, darf leider seit 06/2015 nicht mehr verschrieben werden.

Da die Naturmedizinerin Frau Dr. Goergner abgesagt hatte, ging Herr Dr. Gonsior auch auf pflanzliche Mittel gegen Harndrang ein.

Frau Dr. Stark stellte ihren Vortrag unter das Thema Dranginkontinenz. Sie sagte etwas zur Anatomie, nannte die Definition und Formen derselben. Als Ursachen bzw. Risikofaktoren sieht Frau Dr. Stark z.B. Rauchen und Übergewicht. Sie nannte verschiedene konservative Verfahren, u. a. Beckenbodentraining ( z.T. mit Vaginalkonen), Pessartherapie, Medikamente.
Wenn keine Besserung eintritt, ist auch eine Operation möglich. Der Nachteil bei der Burch-Kolposuspension ist die Bauch-OP. Werden Vaginalschlingen gelegt, kommt man ohne großen Schnitt aus. Oder es werden transurethrale Injektionen durchgeführt.

Herr Murawsky-Berger ging auf psychische Auswirkungen der Inkontinenz bei Männern ein. Er nannte Krankheiten, die bei Männern akzeptiert werden, z.B. Herzkrankheiten. Inkontinenz dagegen erfährt strikte Ablehnung. Was erwartet man unter Männlichkeit? Männer sprechen nicht über Probleme-sie lösen sie. Der Redner nannte sieben maskuline Imperative. Diese führen zu einer totalen Verunsicherung der Männer aus Scham. Für viele führt Inkontinenz zu einer Abwärtsspirale.

Abschließend berichteten drei Patienten über ihr Leben nach einer OP. Sowohl der Blasenschrittmacher als auch die zwei Formen einer Sphinkterprothese führten bei den Betroffenen zu einer Erhöhung der Lebensqualität.

Alle Experten standen während und nach der Diskussion zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Außerdem gab es Ausstellungen und Mitmachangebote.

Patientenforum zur interstitiellen Zystitis

Am 18.06.2015 fand in Chemnitz ein Patientenforum zur interstitiellen Zystitis statt.
Frau Dr. Sünder und ihr Team berichteten über diese heimtückische Krankheit. Die gemeinsam mit dem ICA Deutschland organisierte Veranstaltung war sehr gut besucht. Das zeigt das große Interesse an diesem Thema.

Frau Dr. Lorenz sprach über Ursache, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Da die Entstehung der IC noch unbekannt ist, muss sie über Ausschlussverfahren diagnostiziert werden. Die IC hat keine psychischen Ursachen, aber sie führt zu psychischen Folgen. Die Therapie wird individuell auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten.

Sehr ausführlich erläuterte Schwester Peggy Jaszter die Herausforderung an die Pflege bei IC. Sie nannte Beispiele für den Leidensdruck, den IC-Patienten erfahren. Hinzu kommt zu den körperlichen Beschwerden, dass die Patienten bei einer Vielzahl von Ärzten ausgegrenzt werden. In den Zeisigwaldkliniken Bethanien sind zwei Schwestern nur für IC-Patienten da. Mit dem Patienten wird immer wieder der Ist-Zustand besprochen und erarbeitet, wie es weitergehen soll.

Frau Dr. Sünder referierte zum Harnblasenersatz. Während der gesamten Veranstaltung war spürbar, wie sie als Oberärztin und ihr Team sich um jeden Patienten kümmern. Sie betonte und belegte auch das an Beispielen, wie sie die Erfahrungen der Patienten aufgreift und jedem SEINE Therapie zukommen lässt. Und manchmal geht es nicht anders und eine Entfernung der Harnblase ist unumgänglich. Nicht alles hilft bei allen, sondern IC ist eine Krankheit, bei der jeder seine individuelle Behandlung erhalten muss.

Im Anschluss an jeden Vortrag und in den Pausen wurden Fragen beantwortet. Im Foyer des Hotels stand eine umfangreiche Ausstellung zur Besichtigung mit vielen interessanten Ansprechpartnern.

Frühlingsfahrt

Unsere diesjährige Frühlingsfahrt führte uns am 01. Juni mit Polster und Pohl nach Bad Kösen. Obwohl es mal wieder ein verregneter Ausflugstag war, hatten wir sehr schöne Erlebnisse.

Die Fahrt begann am Leipziger Hbf und wir fuhren über Naumburg nach Bad Kösen. Hier erwarteten uns 2 Herren von der Touristinformation. In zwei Gruppen wurde uns viel Wissenswertes zur Sole, zur Geschichte des Salzbergbaus generell und zu den Anlagen in Bad Kösen erläutert. Dann ging es zum Gradierwerk. Dieses imposante Bauwerk kennen wir noch aus der Vergangenheit. In seiner Umgebung roch es immer so angenehm nach reiner, salzhaltiger Luft. Leider ist es nicht mehr in Betrieb. Auch die vielfältigen Reha-Gebäude rechnen sich nicht mehr. das nahmen wir mit etwas Wehmut zur Kenntnis. Vom Gradierwerk ging es abwärts zur Fähre, wir setzten über und liefen am Tierpark vorbei zum Bus.

Die nächste Etappe führte uns zur Rudelsburg. Hier erwartete uns ein schmackhaftes Mittagessen.

Den Abschluss bildete eine Verkostung in der Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm in Freyburg. Auch hier wurden uns interessante Details aus der Firmengeschichte  dargelegt. Mit viel Witz und netten Geschichten wurde die Werksführung umrahmt. Der Höhepunkt war die Verkostung von 2 Sorten Sekt und einem Frucht-Prosecco. Für „Nichtalkoholiker“ gab es auch alkoholfreien Sekt. Anschließend konnte in der Werksverkaufsstelle noch der heimische Bestand aufgefüllt werden.

Dann fuhren wir zurück nach Leipzig. Unser Fahrer brachte uns gut wieder nach Hause und unser Reiseleiter unterhielt uns mit Witzen und Anekdoten.

Weltkontinenztage

Am 29. Mai fand in der Praxisklinik am Johannisplatz zum wiederholten Mal ein Patientenforum von Dr. Kempe und dem St. Georg statt. Es umfasste die unterschiedlichsten Probleme und war gut besucht.Nach der Begrüßung von Dr. Kempe und einem Grußwort von Frau Bischof, der Leiterin unserer SHG. sprach in Vertretung für Frau Dr. Zaiß Herr Dr. Kempe zum Thema Reisen trotz Harninkontinenz. Er betonte, dass vor allem die richtige Planung ist.
Herr Dr. Buhtz erläuterte den Blasenersatz nach operativer Blasenentfernung. Er nannte Gründe für die Entfernung der Harnblase und ging auf nasse und kontinente Harnableitung ein. Interessant war sein Hinweis, dass es keinen künstlichen (Plaste) Ersatz gibt, aber man dabei ist, körpereigenes Gewebe zu züchten.
Chirurgische Therapie der Stuhlinkontinenz war das Thema von Herrn Dr. Junghans. Er sprach zu Ursachen und chirurgischen Maßnahmen der Stuhlinkontinenz.
Selbstkatheterismus als mögliches Therapieangebot stellte uns Frau Weinhold vor. Sie versuchte, uns die Angst davor zu nehmen. Sehr anschaulich erläuterte sie, wann Selbstkatheterisieren angebracht ist, wann nicht und welche Vorteile es hat. Bei der Auswahl der Katheter kommt oberste Priorität der Oberfläche zu, das heißt der Gleitfähigkeit.
Vertreter der Firma Buck stellten Elektrostimulation als eine Form von Beckenbodentraining vor. Biofeedbacktraining ist aktives Training, Elektrostimulation passives Training.
Neues aus dem Medizinbedarfshandel erfuhren wir von einer Dame vom Gesundheitshaus Lesti.
Zum Abschluss ging Herr Dr. Kempe auf das neue Medikament Betmiga ein. Er und andere Ärzte konnten damit schon vielen Patienten helfen. Leider wurde Betmiga überraschend vom Markt genommen. Ein Medikament muss einen Zusatznutzen aufweisen. Der ist bei Betmiga angeblich nicht gegeben. Dabei werden Äpfel mit Birnen verglichen, denn Betmiga verfolgt einen völlig anderen Therapieansatz.
Die aufgetretenen Fragen zu den einzelnen Themen wurden von den Referenten unmittelbar nach ihrem Vortrag beantwortet.