Veranstaltung im März 2018

Am 12. März 2018 informierte uns Frau Dr. Schlick über Afterveränderungen.

Nach ihrer Aussage gehört die Diagnose „Hämorrhoiden“ zu den häufigsten Fehldiagnosen.
Wir haben alle Hämorrhoiden, äußere und innere. Das sind arteriell gespeiste Schwellkörper und sie liegen innen. Ihre Funktion besteht darin, die Feinkontinenz zu ermöglichen. Hämorrhoidenleiden meinen vergrößerte Hämorrhoiden mit Symptomen. Diese können sich nach außen verschieben und sind dann zu sehen. Es werden vier Stadien unterschieden und man muss sie vom Rektumprolaps abgrenzen.
Hämorrhoidalleiden sind gekennzeichnet durch Blutung, Nässen, Jucken, Fremdkörpergefühl, aber kein Schmerz.
Mit viel Bildmaterial veranschaulichte Frau Dr. Schlick die unterschiedlichen Aussagen und informierte uns über Diagnostik und mögliche Therapien. Selten muss operiert werden. Zuerst sollten konservative Möglichkeiten genutzt werden, von denen es einige gibt. Erst wenn sich der ganze Hämorrhoidenring gelockert hat, ist eine OP nach Milligan und Morgan angebracht.

Dann gibt es noch die Analvenenthrombose. Sie entsteht plötzlich, nervt, tut weh, kann platzen, ist aber harmlos.
Marisken sind anale Hautfalten. Sie haben keine Pathologie, machen keine Beschwerden, erfordern eine intensive Reinigung.
Condylome sind Feigwarzen. Sie können bösartig werden. Deshalb sollte dagegen vor dem ersten Sexualverkehr geimpft werden.

Abzugrenzen sind diese Diagnosen vom Rektumprolaps und vom Analkarzinom.
Es sind also nicht alles Hämorrhoiden. Bei suspektem Gewebe ist immer eine Histologie erforderlich.

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