Veranstaltung im April 2015

Die Beckenbodeninsuffizienz aus proktologischer Sicht

Am 13-04.2015 hielt Frau Dr. Schlick, eine Proktologin aus Schkeuditz, wieder einen sehr interessanten Vortrag. Sie erläuterte, dass man bei Beckenbodenschwäche operieren kann, es aber oft nicht muss.

Symptome der hinteren Beckenbodeninsuffizienz sind:- Stuhlinkontinenz
– Schmerzen / Blutungen
– Prolaps Rektum
– Stuhlentleerungsstörungen

Bei Senkung bzw. Lockerung im hinteren Teil sind zu beobachten:
– Prolaps 1. bis 3. Grades
– Enterocele
– Rectocele
– Deszensus perinei

Wie ist die Arbeitsweise am Beckenboden?
Nach der Anamnese wird ein Beckenbodenbefund erstellt ( im Hocken, Liegen,Stehen), dann erfolgt eine funktionelle Rektoskopie und evt. eine Koloskopie. Anschließend kommt es zur Befundorganisation. Oft sind noch eine Zusatzdiagnostik Stuhlinkontinenz bzw. eine Zusatzdiagnostik Verstopfung nötig bzw. Spezialdiagnostiken.

Parallel zur Diagnostik erfolgt eine konservative Therapie. Dazu gehören Stuhloptimierung bei Obstipation (bzw. Diarrhoe), die Therapie anderer proktologischer Erkrankungen, selbständige und angeleitete BB-Übungen, Biofeedback / Reizstromtherapie, eine psychische Stabilisierung und die Inkontinenzversorgung.

Erst dann wird eine chirurgische Therapie in Erwägung gezogen. Operative Methoden sind z.B.: eine Schließmuskel-Rekonstruktion (ca. 75% Erfolg – das ist gut), eine Levatorplastik ( oft kein Langzeiterfolg ), ein künstlicher Schließmuskel ( bis 35% Komplikationen) oder ein BB-Schrittmacher ( der Stuhl muss aber eingestellt sein). Möglich ist auch eine STARR – Operation.

Wünschenswert für die Behandlung dieser Probleme ist ein gut funktionierendes Ärztenetz! Leider gibt es dabei eine Menge Probleme.
Die Praxis von Frau Dr. Schlick bildet mit der Klinik Eilenburg einen Kompetenzverbund Beckenboden und spezielle Proktologie.

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