Veranstaltung im Februar 2018

Am 12. März 2018 sprach Herr Dietrich über „Die lebenslange Nachsorge bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen“. Herr Dietrich vertritt die Firma Coloplast, einen dänischen Medizinproduktehersteller.

Herr Dietrich stellte sich vor und behandelte dann kurz die unterschiedlichen Formen der Inkontinenz.
Inkontinenz ist relativ häufig, es entsteht ein hoher Leidensdruck. Den Betroffenen fällt es schwer, sich zu öffnen. Das hat Auswirkungen bis hin zur Eigenisolation. Sie entwickeln Coping-Strategien (sich um etwas drücken). Es kommt zu zwei Formen: Harnverhalt oder Inkontinenz (das hat etwas mit dem Verhältnis Schließmuskel- Blase zu tun).

Es gibt Stressinkontinenz, Reflexinkontinenz, subraspinale Reflexinkontinenz, Überlaufinkontinenz, Dranginkontinenz.
Bei der Überlaufinkontinenz wird die Blase nie richtig leer, der Spüleffekt fehlt und es kommt zu häufigen Harnwegsinfekten..
Therapien müssen zum Patienten passen. Oft bringen bereits eine Anpassung der Gewohnheiten bzw. der Umgebung Verbesserungen. Es sollten der Beckenboden und das Blasenfüllungsvolumen trainiert werden.
Bei der medikamentösen Behandlung muss man auf eine gekonnte Medikamentenkomposition achten.
Manchmal bleibt aber auch nur noch eine operative Behandlung.

Formen der Versorgung:
Am häufigsten sind aufsaugende Systeme. Hierbei kann es zu Hautreizungen kommen bzw. sie tragen auf. Es sind deshalb gewisse Qualitätsanforderungen zu beachten.
Die Firma Coloplast stellt für Männer Kondomurinale her. Dazu gibt es Beinbeutel und Nachtbeutel mit Zubehör.
Dauerkatheter sind keine optimale Lösung für längere Zeit, besser sind Einmalkatheter. Die Katheter sollte man aber nicht einfach gegen Kondomurinale austauschen, sondern man muss die Ursache der Verordnung beachten.
Für Stuhlinkontinenz gibt es ein Irrigationsset, das für eine sehr gute Darmentleerung sorgt. Es ist auch bei Verstopfung ein sehr gutes Hilfsmittel.
Für Stuhlinkontinenz gibt es auch Anal-Tampons, die bei starkem Durchfall aber nicht reichen.

Diese Hilfsmittel können über den Hausarzt verordnet werden. Sie belasten nicht das Budget des Arztes.
Abschließend informierte uns Herr Dietrich über Umfang und Qualität der Versorgung und über die Rolle der Nachversorger.