Veranstaltung im Januar 2016

Am 11.01. 2016 sprach Frau Weinhold zu uns zum Thema Selbstkatheterisieren. Frau Weinhold hat während Ihres bisherigen Berufslebens in der Urologie gearbeitet. Jetzt berät sie Patienten zum Thema Katheter und leitet sie in der Technik des Katheterisierens an.

Zuerst erläuterte sie, wie die Blase funktioniert und welche Funktionsstörungen es gibt.Die Blase hat normalerweise ein Fassungsvermögen von ca. 500 ml Flüssigkeit. Da pro Stunde etwa 100 ml von der Niere in die Blase fließen, müsste man ca. aller 4 Std. auf Toilette. Aber es gibt Einschränkungen, wenn im Körper etwas nicht in Ordnung ist.

Blasenmuskel und Schließmuskel sichern im Wechselspiel von Anspannung und Entspannung eine normale Entleerung der Blase. Wenn einer von beiden zu schlaff ist oder verkrampft, kommt es zu Störungen. Besonders gefährlich ist es, wenn beide nicht locker lassen. Dann kommt es zum Rücklauf des Urins in die Nieren. Ebenfalls ein Problem ist Restharn, da er Entzündungen hervorruft. Anfangs werden diese oft nicht bemerkt, dann äußern sie sich aber umso heftiger und rufen ebenfalls Nierenbeeinträchtigungen hervor. Bei verkleinerter Blase hilft kein Katheterisieren, dann lieber Neoblase oder Beutel.

Warum lieber Einmalkatheter und nicht Dauerkatheter?

Einen Einmalkatheter kann man auffüllen und komplett entleeren. Bei körperlichen oder gesundheitlichen Problemen hilft Fremdkatheterisieren, z.B. durch Angehörige oder den Pflegedienst. Der nächste Schritt wäre ein Eingang über die Bauchdecke, da dieser besser zu sehen und zu erreichen ist. Der letzte Schritt ist ein Dauerkatheter über die Harnröhre. Hierbei verbleibt immer Restharn auf Grund der Anlage des Katheters. Außerdem bildet er eine Verbindung von außen nach innen und somit immer die Grundlage für Infekte. Über einen Dauerkatheter läuft der Harn ständig, die Blase füllt sich nicht mehr, es kommt zu Ablagerungen am Katheter und er verstopft.

Das Selbstkatheterisieren muss für den Patienten eine Hilfe sein, ansonsten bringt es nichts. Es muss gelehrt werden bis der Nutzer damit zurechtkommt. Katheter sind Einmalmaterialien, sie müssen nach Gebrauch entsorgt werden. Es sind gleitfähige Katheter zu nutzen, ansonsten kann es zu Verletzungen kommen.Die Entleerung der Blase erfolgt in die Toilette oder in einen Beutel. Sollte es Probleme mit der Krankenkasse geben, weil mehr Katheter und Beutel gebraucht werden, als die Kasse bezahlen will, dann Widerspruch einlegen und nicht die Katheter mehrmals benutzen.

Eine Beratung des Patienten ist notwendig. Nicht jeder kommt mit jedem Katheter zurecht.Viele haben Angst vor dem Selbstkatheterisieren. Es ist eigentlich gar nicht so schwer, wie man denkt. Aber es muss ausprobiert werden und ist eben auch nicht für jeden Patienten geeignet.