Veranstaltung im Oktober 2015

Die Rechte und Pflichten von Arzt und Patient

Am 12.10.2015 hatten wir Frau Dr. Kitze von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland zu Gast. Ausgehend von den gesetzlichen Grundlagen erläuterte sie uns wichtige Eckpunkte für ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis.
Im Gesetz von 2013 stehen u.a. folgende Patientenrechte:
– Selbstbestimmung (siehe Patientenverfügung)
– freie Arztwahl (gilt nur für niedergelassene Ärzte), Zweitmeinung (das Wort sollte man aber nicht nutzen)
– Einsichtsrecht (neu): der Patient hat das Recht, vom Arzt selbst angefertigte Berichte einzusehen, gegen einen Obolus Kopien,
CD zu erhalten (Ausnahmen bei psychischen Problemen oder Verletzung der Rechte Dritter – muss ausführl. begründet werden)
– Hilfe bei Behandlungsfehler
Patientenpflichten:
– Mitwirkungspflicht, die aus dem Behandlungsvertrag (auch mündlich) entsteht, d.h. alle relevanten Informationen müssen dem
Arzt genannt werden (z.B. Medikamente, Risiken…)
– Zahlungspflicht (unabhängig vom Erfolg)
– Termine rechtzeitig absagen (auch bei Physiotherapie)
Arztpflichten:
– Pflicht zur Hilfe/ Behandlung mit Sorgfalt (Weiterbildung, Behandlungsleitlinien einhalten)
– Informationspflicht, Verdacht auf…,Diagnose, Behandlung erklären, Info über Kosten schriftlich vor der Behandlung
– Aufklärungspflicht, für Behandlung/Therapie/Diagnostik Nutzen, Nebenwirkungen, Dauer, Risiken…, Umfang der OP,
Alternativen
– Schweigepflicht gegenüber jeglichen Dritten (deshalb Vorsorgevollmacht errichten)
– Dokumentationspflicht
Arztrechte
– Therapiehoheit
– darf Patienten ablehnen, wenn Kapazitätsgrenze erreicht oder bei Vertrauensbruch

Dann gab uns Frau Dr. Kitze Hinweise zum Umgang mit dem Arzt:
– Vorbereitung auf den Arztbesuch (die Zeit des Arztes ist knapp bemessen) möglichst sogar schriftlich
– nachfragen, darf ich notieren?, gibt es Broschüren…?
– mit eigenen Worten wiederholen
– Rückmeldung über Medikamentenwirkung beim selben Arzt (Mitwirkungspflicht!)

Anschließend beantwortete Frau Dr. Kitze unsere Fragen.

Leider wird die bisher hervorragend funktionierende Patientenberatung zum Jahresende eingestellt. Sie wurde europaweit neu ausgeschrieben und soll nach bisherigen Informationen an ein Call-Center vergeben werden. Wir sollten sehr genau verfolgen, ob dann noch die patientennahe, sachgemäße und unabhängige Beratung gewährleistet ist.