Kontinenztag am Universitätsklinikum

Am 27.06.2015 fand in der Universitätsklinik der 7. Tag der offenen Tür des Kontinenzzentrums statt.

Herr Dr. Gonsior leitete die Veranstaltung und sprach zum Thema „Medikamentöse Therapien der überaktiven Blase“. Er erläuterte, was überaktiv in diesem Zusammenhang bedeutet, wie häufig das Leiden weltweit verbreitet ist, dass Männer später betroffen sind als Frauen und welche Folgen Blasenprobleme und Inkontinenz haben. Patienten trinken oft zu wenig, dabei ist Trinken Teil der Therapie. Dann ging Dr. Gonsior auf die unterschiedlichen Medikamente ausführlich ein, erläuterte die Vorgänge im Körper und die Angriffsstellen der Medikamente. Es kostet den Arzt Überlegung, für den Patienten das richtige Medikament auszuwählen. Von den Anticholinergika gibt es unterschiedliche Wirkstoffe mit Nebenwirkungen. Oder verträgt der Betroffene Pflaster besser? Manchmal müssen Lösungen direkt oder durch EMDA in die Blase instilliert werden und einigen Betroffenen hilft auch Botox. Ein neues Medikament, das fast keine Nebenwirkungen hat, darf leider seit 06/2015 nicht mehr verschrieben werden.

Da die Naturmedizinerin Frau Dr. Goergner abgesagt hatte, ging Herr Dr. Gonsior auch auf pflanzliche Mittel gegen Harndrang ein.

Frau Dr. Stark stellte ihren Vortrag unter das Thema Dranginkontinenz. Sie sagte etwas zur Anatomie, nannte die Definition und Formen derselben. Als Ursachen bzw. Risikofaktoren sieht Frau Dr. Stark z.B. Rauchen und Übergewicht. Sie nannte verschiedene konservative Verfahren, u. a. Beckenbodentraining ( z.T. mit Vaginalkonen), Pessartherapie, Medikamente.
Wenn keine Besserung eintritt, ist auch eine Operation möglich. Der Nachteil bei der Burch-Kolposuspension ist die Bauch-OP. Werden Vaginalschlingen gelegt, kommt man ohne großen Schnitt aus. Oder es werden transurethrale Injektionen durchgeführt.

Herr Murawsky-Berger ging auf psychische Auswirkungen der Inkontinenz bei Männern ein. Er nannte Krankheiten, die bei Männern akzeptiert werden, z.B. Herzkrankheiten. Inkontinenz dagegen erfährt strikte Ablehnung. Was erwartet man unter Männlichkeit? Männer sprechen nicht über Probleme-sie lösen sie. Der Redner nannte sieben maskuline Imperative. Diese führen zu einer totalen Verunsicherung der Männer aus Scham. Für viele führt Inkontinenz zu einer Abwärtsspirale.

Abschließend berichteten drei Patienten über ihr Leben nach einer OP. Sowohl der Blasenschrittmacher als auch die zwei Formen einer Sphinkterprothese führten bei den Betroffenen zu einer Erhöhung der Lebensqualität.

Alle Experten standen während und nach der Diskussion zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Außerdem gab es Ausstellungen und Mitmachangebote.

Patientenforum zur interstitiellen Zystitis

Am 18.06.2015 fand in Chemnitz ein Patientenforum zur interstitiellen Zystitis statt.
Frau Dr. Sünder und ihr Team berichteten über diese heimtückische Krankheit. Die gemeinsam mit dem ICA Deutschland organisierte Veranstaltung war sehr gut besucht. Das zeigt das große Interesse an diesem Thema.

Frau Dr. Lorenz sprach über Ursache, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Da die Entstehung der IC noch unbekannt ist, muss sie über Ausschlussverfahren diagnostiziert werden. Die IC hat keine psychischen Ursachen, aber sie führt zu psychischen Folgen. Die Therapie wird individuell auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten.

Sehr ausführlich erläuterte Schwester Peggy Jaszter die Herausforderung an die Pflege bei IC. Sie nannte Beispiele für den Leidensdruck, den IC-Patienten erfahren. Hinzu kommt zu den körperlichen Beschwerden, dass die Patienten bei einer Vielzahl von Ärzten ausgegrenzt werden. In den Zeisigwaldkliniken Bethanien sind zwei Schwestern nur für IC-Patienten da. Mit dem Patienten wird immer wieder der Ist-Zustand besprochen und erarbeitet, wie es weitergehen soll.

Frau Dr. Sünder referierte zum Harnblasenersatz. Während der gesamten Veranstaltung war spürbar, wie sie als Oberärztin und ihr Team sich um jeden Patienten kümmern. Sie betonte und belegte auch das an Beispielen, wie sie die Erfahrungen der Patienten aufgreift und jedem SEINE Therapie zukommen lässt. Und manchmal geht es nicht anders und eine Entfernung der Harnblase ist unumgänglich. Nicht alles hilft bei allen, sondern IC ist eine Krankheit, bei der jeder seine individuelle Behandlung erhalten muss.

Im Anschluss an jeden Vortrag und in den Pausen wurden Fragen beantwortet. Im Foyer des Hotels stand eine umfangreiche Ausstellung zur Besichtigung mit vielen interessanten Ansprechpartnern.

Frühlingsfahrt

Unsere diesjährige Frühlingsfahrt führte uns am 01. Juni mit Polster und Pohl nach Bad Kösen. Obwohl es mal wieder ein verregneter Ausflugstag war, hatten wir sehr schöne Erlebnisse.

Die Fahrt begann am Leipziger Hbf und wir fuhren über Naumburg nach Bad Kösen. Hier erwarteten uns 2 Herren von der Touristinformation. In zwei Gruppen wurde uns viel Wissenswertes zur Sole, zur Geschichte des Salzbergbaus generell und zu den Anlagen in Bad Kösen erläutert. Dann ging es zum Gradierwerk. Dieses imposante Bauwerk kennen wir noch aus der Vergangenheit. In seiner Umgebung roch es immer so angenehm nach reiner, salzhaltiger Luft. Leider ist es nicht mehr in Betrieb. Auch die vielfältigen Reha-Gebäude rechnen sich nicht mehr. das nahmen wir mit etwas Wehmut zur Kenntnis. Vom Gradierwerk ging es abwärts zur Fähre, wir setzten über und liefen am Tierpark vorbei zum Bus.

Die nächste Etappe führte uns zur Rudelsburg. Hier erwartete uns ein schmackhaftes Mittagessen.

Den Abschluss bildete eine Verkostung in der Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm in Freyburg. Auch hier wurden uns interessante Details aus der Firmengeschichte  dargelegt. Mit viel Witz und netten Geschichten wurde die Werksführung umrahmt. Der Höhepunkt war die Verkostung von 2 Sorten Sekt und einem Frucht-Prosecco. Für „Nichtalkoholiker“ gab es auch alkoholfreien Sekt. Anschließend konnte in der Werksverkaufsstelle noch der heimische Bestand aufgefüllt werden.

Dann fuhren wir zurück nach Leipzig. Unser Fahrer brachte uns gut wieder nach Hause und unser Reiseleiter unterhielt uns mit Witzen und Anekdoten.

Weltkontinenztage

Am 29. Mai fand in der Praxisklinik am Johannisplatz zum wiederholten Mal ein Patientenforum von Dr. Kempe und dem St. Georg statt. Es umfasste die unterschiedlichsten Probleme und war gut besucht.Nach der Begrüßung von Dr. Kempe und einem Grußwort von Frau Bischof, der Leiterin unserer SHG. sprach in Vertretung für Frau Dr. Zaiß Herr Dr. Kempe zum Thema Reisen trotz Harninkontinenz. Er betonte, dass vor allem die richtige Planung ist.
Herr Dr. Buhtz erläuterte den Blasenersatz nach operativer Blasenentfernung. Er nannte Gründe für die Entfernung der Harnblase und ging auf nasse und kontinente Harnableitung ein. Interessant war sein Hinweis, dass es keinen künstlichen (Plaste) Ersatz gibt, aber man dabei ist, körpereigenes Gewebe zu züchten.
Chirurgische Therapie der Stuhlinkontinenz war das Thema von Herrn Dr. Junghans. Er sprach zu Ursachen und chirurgischen Maßnahmen der Stuhlinkontinenz.
Selbstkatheterismus als mögliches Therapieangebot stellte uns Frau Weinhold vor. Sie versuchte, uns die Angst davor zu nehmen. Sehr anschaulich erläuterte sie, wann Selbstkatheterisieren angebracht ist, wann nicht und welche Vorteile es hat. Bei der Auswahl der Katheter kommt oberste Priorität der Oberfläche zu, das heißt der Gleitfähigkeit.
Vertreter der Firma Buck stellten Elektrostimulation als eine Form von Beckenbodentraining vor. Biofeedbacktraining ist aktives Training, Elektrostimulation passives Training.
Neues aus dem Medizinbedarfshandel erfuhren wir von einer Dame vom Gesundheitshaus Lesti.
Zum Abschluss ging Herr Dr. Kempe auf das neue Medikament Betmiga ein. Er und andere Ärzte konnten damit schon vielen Patienten helfen. Leider wurde Betmiga überraschend vom Markt genommen. Ein Medikament muss einen Zusatznutzen aufweisen. Der ist bei Betmiga angeblich nicht gegeben. Dabei werden Äpfel mit Birnen verglichen, denn Betmiga verfolgt einen völlig anderen Therapieansatz.
Die aufgetretenen Fragen zu den einzelnen Themen wurden von den Referenten unmittelbar nach ihrem Vortrag beantwortet.