Veranstaltung im März 2015

Harnblasenersatz

Am 09.03.15 erläuterte uns Herr Dr. Gonsior die Möglichkeiten des Harnblasenersatzes.Warum ist ein Harnblasenersatz nötig? Bei Tumoren, Inkontinenz (bei fehlendem Verschluss oder Fisteln), Schmerzpatienten (z.B. bei interstitieller Zystitis) oder Missbildungen/Fehlbildungen ist der Harnblasenersatz manchmal die einzige Möglichkeit, dem Patienten wieder zu einem lebenswerten Dasein zu verhelfen.
Als Material wird Dünndarm oder Dickdarm verwendet. Es gibt kein synthetisches Ersatzmaterial.
Harnblasenersatz kann inkontinent oder kontinent gestaltet werden.
Herr Dr. Gonsior stellte sehr anschaulich und für alle verständlich die unterschiedlichen Möglichkeiten, sowie deren Vor- und Nachteile dar.
Natürlich bleibt  das Fehlen großer Darmstücke nicht immer ohne Folgen. Man spricht dann vom Kurzdarmsyndrom.

Für die verschiedenen Varianten gibt es Pro und Kontra und die Therapeuten haben durchaus auch Angst vor der Entscheidung. Denn diese ist endgültig. Bei interstitieller Zystitis z. B. ist keine Neoblase angebracht, sondern Pouches oder Conduit. Bestrahlung macht die Neoblase kaputt, bzw. bestrahltes Gewebe heilt nicht. So muss vieles beachtet werden, auch Alter und übrige Gesundheit des Patienten.
Auch kann es zu Komplikationen nach der Harnableitung kommen, wie Wundheilungsstörungen, Stomaprolaps, Fistelbildung, Entzündungen u.a.
Mögen die meisten von dieser komplizierten Entscheidung verschont bleiben. Manchmal ist es aber die einzige  Möglichkeit, noch schlimmere Probleme abzuwenden und z.B. den Patienten vor der Dialyse zu bewahren.