Veranstaltung im Oktober 2014

Neue Therapiemöglichkeiten der Inkontinenz

Am 13.10.14 sprach Frau Dr. Stark, Gynäkologin am Universitätsklinikum, über neue Therapiemöglichkeiten der Inkontinenz.
Sie behandelte diesmal den 2.Teil, die Dranginkontinenz (in Abgrenzung von der Belastungsinkontinenz).

Anatomisch sind dabei der Detrusor und die Schließmuskeln beteiligt.Von Dranginkontinenz spricht man bei mehr als  8 Miktionen in 24 Stunden und normaler Harnmenge. Es ist ein imperativer Harndrang. Dabei spielt vor allem die Nykturie mit und ohne Inkontinenz eine Rolle.
Es kommt zu einer extremen Beeinträchtigung des sozialen Lebens, zu Vermeidungshandlungen und Verhaltenseinschränkungen. Das hat psychosoziale Auswirkungen und führt nicht selten zum sozialen Rückzug.

LEIDER IST INKONTINENZ IMMER NOCH EIN TABUTHEMA!

Als Risikofaktoren zählen vor allem Übergewicht, Rauchen und extrem hoher Kaffeegenuß.
Für eine zielgerichtete Diagnostik ist ein Miktionskalender zu führen. In der Regel werden Sonografie, urodynamische Messung und evt. eine Zystoskopie nötig. Dann können Therapieziele festgelegt werden.
Die Therapie erfolgt in 3 Stufen:
Verhaltensanpassung
Pharmazeutika
Elektrostimulation

Begonnen wird mit konventionellen Methoden. Dazu zählen Miktionskalender/Miktionstraining, Flüssikeitsmanagement, lokale Östrogene (Zäpfchen), Vorlagen, Gewichtsreduktion/Nikotinverzicht, Beckenbodentraining.
Als Medikamente kommen Anticholinergika zum Einsatz (Tabletten oder Pflaster). Neu zugelassen wurde Betmiga. Es stimuliert die Beta-3-Rezeptoren, die es nur in der Harnblase gibt. Dieses Mittel wirkt also selektiv. Es kann auch bei Patienten mit  Nieren- bzw. Leberproblemen gegeben werden.
Wenn das alles nicht hilft, kann man Botox spritzen. Ein Nervengift, das die Aktivität des Blasenmuskels senkt.
Letztendlich kommen noch Blasenschrittmacher, Dauerkatheter oder Blasenersatz zum Einsatz.

 

 

Bildungsfahrt nach Plauen

Bildungsfahrt nach Plauen

Am 30. September führten wir unsere diesjährige Bildungsfahrt durch. Wir trafen uns mit der Selbsthilfegruppe Plauen.
Nach einer zweistündigen Fahrt erreichten wir Plauen und wurden am dortigen Bahnhof von 2 Damen der Plauener Selbsthilfegruppe abgeholt. Sie begleiteten uns zum Treffpunkt der Volkssolidarität. Hier fanden sich nach und nach noch weitere Mitglieder ein. Nach einem liebevoll gestalteten gemeinsamen Frühstück leiteten Frau Bischof (SHG Leipzig) und Frau Bergmann (SHG Plauen) die lebhafte Diskussion. Es war interessant, Erfahrungen auszutauschen und es wurden von beiden Seiten viele Fragen gestellt. Die Diskussion wurde nur durch einen Mittagsimbiss unterbrochen.

Gegen 13.00 Uhr fuhren wir gemeinsam mit unserem Bus zum Vogtlandklinikum in Plauen. Hier erwarteten uns Herr Dr. Teichmann und seine Mitarbeiterin im Konferenzraum. Herr Dr. Teichmann ist Chefarzt der Gynäkologie und  uns von Vorträgen in Leipzig bekannt. Er arbeitete bis 2011 an der Universität Leipzig und hatte bereits damals guten Kontakt zu unserer Selbsthilfegruppe. In Kürze soll auch in Plauen unter seiner Leitung ein Kontinenzzentrum entstehen.
Herr Dr. Teichmann informierte uns in einem sehr abwechslungsreichen und interessanten Referat über vieles , was mit Frauenkrankheiten, vor allem mit Lageveränderungen von Scheide und Gebärmutter zu tun hat. Dabei machte er uns anschaulich mit der Entwicklung der Verfahren in der Gynäkologie bekannt.
Das Vogtlandklinikum Plauen hat seit 1967 eine Frauenklinik und ist derzeit größter Arbeitgeber in Plauen.

Die Kaffeepause nutzten wir wieder zu interessanten Gesprächen mit den Damen der SHG Plauen.

Den Abschluss bildete eine Führung durch die Klinik. Dabei beeindruckten vor allem die Kreißsäle und die Patientenzimmer.
Dankbar verabschiedeten wir uns von Dr. Teichmann und seiner Mitarbeiterin. Vielleicht war das nicht unser letzter Besuch.

Am Bus sagten wir auch den Mitgliedern der SHG Danke und luden sie herzlich nach Leipzig ein.